Kaufen oder Mieten – ein Vergleich

Der derzeitige Niedrigzins, die steigenden Mietpreise in Ballungsgebieten und die wenigen lukrativen Anlagemöglichkeiten lassen den Vergleich, ob mieten oder kaufen, momentan recht einseitig erscheinen. Das ist jedoch stark typabhängig und sollte wohl überlegt sein. Wir möchten nachfolgend die Vor- und Nachteile des Erwerbs einer Immobilie erläutern, um Ihnen die Entscheidung zu erleichtern.

Wer in jüngster Vergangenheit, besonders in Großstädten, auf Wohnungssuche war, der kann es bestätigen: die Mietpreise steigen unaufhaltsam. Durch den demografischen Wandel zieht es immer mehr Leute in die Stadt. Die Nachfrage nach Miet- oder Eigentumswohnungen ist in den letzten Jahren massiv gestiegen. Da der Platz für neue Immobilien schon weitestgehend ausgenutzt ist, bleibt das Angebot gleich. Wenn man dann endlich eine geeignete Mietwohnung findet, gibt es einen entscheidenden Haken. Die Mietzahlungen gehen ausschließlich an den Vermieter. Alles was man über die Zeit, in der man zur Miete wohnt, bezahlt, ist definitiv weg. Wenn man eine Immobilie kauft oder baut, muss man auch monatlich bezahlen, hat aber am Ende etwas, das einem gehört. Sobald der Kredit abbezahlt ist, hat man nur noch die laufenden Kosten zu tragen - eine super Altersvorsorge für die eigene Zukunft und die, der Familie. Außerdem kann man alles nach seinen Vorlieben gestalten und ist bei den Entscheidungen auf Niemanden angewiesen. Die Investition kann sehr lukrativ sein, wenn man einige Aspekte hinsichtlich der topografischen Lage beachtet. Immobilien auf dem Land haben einen hohen Anteil an Leerstand zu verzeichnen und erreichen in der Regel nur eine geringe oder keine Wertsteigerung. In der Stadt oder Stadtnähe sind Immobilien dagegen eine lohnenswerte Geldanlage. Das nähere Umfeld und die Infrastruktur sollten den Ansprüchen einer möglichst großen Zielgruppe entsprechen. Ein großes Angebot an Einkaufsmöglichkeiten, Freizeitmöglichkeiten, Schulen und eine gute Anbindung an Bus oder Bahn, sind ideal. Der Leitzins der Europäischen Zentralbank befindet sich momentan auf einem Rekordtief. Das spiegelt sich auch in den Krediten für den Endverbraucher wieder und begünstigt den Entschluss ein Eigenheim zu erwerben. Wie lange diese Situation noch anhält ist schwer zu sagen, da niemand in die Zukunft schauen kann. Einige Experten warnen jedoch bereits davor, dass der Leitzins in absehbarer Zeit wieder steigt und der Niedrigzins damit der Vergangenheit angehört.

Der Erwerb einer Immobilie ist eine Investition für die Zukunft und sollte wohl überlegt sein. Man verschuldet sich hoch und bindet sich nicht nur an den Kredit, sondern auch an einen bestimmten Ort. Wenn es unvorhergesehene Änderungen in der Familie oder im Beruf gibt, ist man mit einem Eigenheim nur wenig flexibel. Bei Reparaturen kann man sich nicht einfach an einen Vermieter wenden, sondern muss die Kosten selbst tragen. Der Standard in einer Mietwohnung ist zudem, bei gleichem Monatspreis, in den meisten Fällen höher. Eine Wohnung im Wert von 200.000 €, die man für 1000 € monatlich finanzieren kann, ist im seltensten Fall vergleichbar mit einem Mietobjekt, für das ich 1000 € monatlich bezahle. Besonders am Anfang ist die Belastung durch Zinsen und deren Tilgung sehr hoch. Während der Mieter öfter in den Urlaub fahren kann, oder sich teure Restaurantbesuche leistet, muss der Eigenheimbesitzer die hohen Anfangsraten tilgen.

Zusammenfassend kann man sagen, dass beides seine Vor- und Nachteile hat. Wer langfristig denkt und sich für lange Zeit an einen Ort binden möchte, dem sei ein Immobilienkauf ans Herz gelegt. Das zahlt sich besonders im Alter aus. Wer lieber topografisch und finanziell flexibel bleiben möchte, der fährt sicherlich mit einer Mietwohnung besser. Eines ist aber sicher: es gibt wahrscheinlich keinen günstigeren Moment, für einen Kredit, als jetzt.